Die Wärmeleitfähigkeit eines Verbundwerkstoffs hängt nicht nur von der Art der Füllstoffe ab. Die Form der Partikel, ihre Größe, Verteilung und Konzentration spielen eine ebenso entscheidende Rolle. Eine Analyse der wichtigsten morphologischen Mechanismen.
1. Formfaktor
Der Formfaktor ist definiert als das Verhältnis zwischen der Länge und der Dicke eines Füllstoffs (oder zwischen Länge und Durchmesser für sphärische Partikel). Je weiter er von 1 abweicht, desto mehr fördern die Partikel den Kontakt untereinander und damit den Wärmetransfer.
| Form | Formfaktor | Partikel-Partikel-Kontakt | Einfluss auf λ |
|---|---|---|---|
| Kugel | FF = 1 | Gering | Ungünstig |
| Prolat (gestrecktes Oval) | FF > 1 | Mäßig | Mäßig |
| Oblat (abgeflachte Scheibe) | FF < 1 | Gut | Gut |
| Platelet (Klinge) | FF ≪ 1 | Sehr hoch | Hervorragend |
| Zylinder (Faser) | FF → ∞ | Sehr hoch | Hervorragend |
Für hexagonale BN-Platelets kann die Wärmeleitfähigkeit in der Schichtebene bis zu ~400 W/m·K erreichen, was sie zur effektivsten Form macht, um den Wärmestrom in eine bevorzugte Richtung zu lenken.
2. Partikelgröße
Die Füllstoffgröße wirkt sich auf zwei Arten aus:
- Spezifische Oberfläche und Füllstoff/Matrix-Grenzfläche: Kleine Partikel erzeugen zahlreiche kleine Grenzflächen, die den Gesamtwärmewiderstand erhöhen. Große Füllstoffe mit geringerer spezifischer Oberfläche sind daher für die effektive Wärmeleitfähigkeit vorzuziehen.
- Größenkombination (Glasprinzip): Das Mischen von Partikeln verschiedener Durchmesser optimiert die Packung und maximiert die Dichte des leitenden Netzwerks, ähnlich dem Prinzip des Füllens eines Glases mit Kieselsteinen und Sand.
3. Thermisches Perkolationsphänomen
Die Perkolationsschwelle entspricht dem kritischen Volumenanteil, ab dem die Partikel ein kontinuierliches Netzwerk in der Matrix bilden und bevorzugte Pfade für die Wärmeleitung entstehen.
| Unterhalb der Schwelle | An der Perkolationsschwelle | Oberhalb der Schwelle |
|---|---|---|
| Isolierte Partikel in der Matrix. Geringe Verbesserung der Wärmeleitfähigkeit. Anteil < 10 Vol.-%. | Erstes kontinuierliches leitendes Netzwerk gebildet. Deutliche Verbesserung. Progressiver Übergang für λ. | Dichtes, vernetztes Netzwerk. Starke Verbesserung von λ. Anteil > 50 Vol.-% erforderlich. |
4. Volumenanteil (Füllstoffgehalt)
Der Volumenanteil stellt den prozentualen Anteil der Füllstoffe am Gesamtvolumen des Verbundwerkstoffs dar. Sein Einfluss auf die effektive Wärmeleitfähigkeit ist nichtlinear:
- Anteil < 10 Vol.-%: geringe Verbesserung, Füllstoffnetzwerk nicht vorhanden
- Anteil 10-50 Vol.-%: progressive Verbesserung, erstes Netzwerk im Aufbau
- Anteil > 50 Vol.-%: starker Einfluss auf effektive λ, aber Risiko hoher Viskosität
Hinweis: Die Erhöhung des Füllstoffgehalts erhöht auch die Anzahl der Füllstoff/Matrix-Grenzflächen, was den lokalen Wärmetransfer verringert. Korngrößenverteilung und Morphologie müssen daher gemeinsam mit dem Volumenanteil optimiert werden.
5. Wechselwirkungen zwischen Füllstoffen: Synergieeffekte
Einige Studien erwähnen die Kombination von Füllstoffen unterschiedlicher Art und Form zur Erzielung von Synergieeffekten. So zeigten Zhifang Gao und Lei Zhao, dass ein Gemisch aus AlN- und Al₂O₃-Nanopartikeln bei geringen Volumenanteilen 0,57 W/m·K erreicht. Zweifach-Füllstoff-Synergien können einen zusätzlichen Gewinn von 20 bis 40 % bei der effektiven Wärmeleitfähigkeit erzielen.
Möchten Sie die Morphologie Ihrer Füllstoffe für maximale Wärmeleitfähigkeit optimieren? Kontaktieren Sie unser technisches Team unter sales@segdielectriques.com für eine individuelle Beratung.





